Das Orakel vom Berge

1962 ist der Zweite Weltkrieg seit fünfzehn Jahren vorbei, gewonnen haben ihn die Achsenmächte. Die früheren Vereinigten Staaten sind geteilt: Im Westen liegen die Pazifischen Staaten von Amerika unter japanischer Herrschaft, im Osten regiert das Deutsche Reich über Marionettenregime, dazwischen bilden die Rocky-Mountain-Staaten einen neutralen Puffer. Das Reich hat das Mittelmeer trockengelegt und Menschen zu Mond und Mars geschickt, und die Spitzen des Regimes ringen um die Nachfolge des siechen Hitler. In San Francisco verkauft Robert Childan amerikanische Antiquitäten an japanische Sammler, darunter Fälschungen aus dem Metallwerk Wyndam-Matson. Nobusuke Tagomi, ein hoher Handelsbeamter, sucht bei ihm ein Geschenk, mit dem er den schwedischen Industriellen Baynes beeindrucken will. Frank Frink, ein Jude, der seine Herkunft verbirgt, hat seine Stelle in diesem Werk verloren und will mit einem früheren Kollegen Schmuck herstellen; seine geschiedene Frau Juliana gibt in Canon City, Colorado, Judounterricht. Figuren befragen bei ihren Entscheidungen das I Ging, und in den Pazifischen Staaten darf ein Roman erscheinen, den die Deutschen verboten haben: In ihm haben die Alliierten den Krieg gewonnen. Der Roman fragt, wie viel Unwirkliches in dem steckt, was als wirklich gilt. Eine Antiquität ist so viel wert wie die Geschichte, die man ihr glaubt, Frink verbirgt sich hinter einem geänderten Namen, und ein verbotenes Buch lässt die Alliierten siegen, aber auf einem anderen Weg als in der wirklichen Geschichte. Empfehlung: Alternativgeschichte als Alltag unter Besatzung statt als Schlachtenpanorama. Zu Dicks Anregungen zählt Ward Moores „Bring the Jubilee“ (1953), eine Alternativgeschichte des amerikanischen Bürgerkriegs. „The Man in the High Castle“ (1962) erhielt 1963 den Hugo Award, Ursula K. Le Guin nannte ihn den womöglich ersten großen, bleibenden Beitrag der Science-Fiction zur amerikanischen Literatur, und 2015 entstand daraus eine Serie für Amazon Prime Video. Auf Deutsch heißt er „Das Orakel vom Berge“, neu übersetzt von Norbert Stöbe zuerst 2000 bei Heyne.

Published
1962
Pages
348
Language
de
Genres
Alternate Reality, Dystopia / Post‑apocalypse

Authors

Series

In the Heyne - Masterpieces of Science Fiction series

In the Philip K. Dick Edition series

Film and TV adaptations

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