World wanderer
In Sergei Lukjanenkos Romanen um den Moskauer Kirill gelangt man in Parallelwelten nur durch Türme, die in mehreren Welten zugleich stehen. In „Tschernowik“ (Rohschrift, 2005) wird Kirill aus seinem Leben im heutigen Moskau gelöscht: Alle vergessen ihn, selbst seine Eltern und sein Hund, in seiner Wohnung lebt ein anderer, seine Ausweise und Akten verschwinden. Ein Anruf führt ihn zu einem stillgelegten Moskauer Wasserturm, der sein neues Zuhause und sein Arbeitsplatz wird; dort erfährt er, dass er Türen in andere Welten öffnen kann. Kirill ist ein Funktional geworden, einer jener Menschen, deren übernatürliche Fähigkeiten sie zu Meistern eines Berufs machen, in seinem Fall Zöllner: Ihm kommen die Abgaben derer zugute, die durch seinen Turm reisen, und nur in dessen Nähe ist er übermenschlich stark und beinahe unsterblich. Lukjanenko schrieb „Tschernowik“ 2005 in Moskau, 2007 folgte „Tschistowik“ (Reinschrift). Auf Deutsch brachte Heyne die Romane 2007 als „Weltengänger“ und 2008 als „Weltenträumer“ heraus, übersetzt von Christiane Pöhlmann, und legte sie 2013 neu auf. Nikolai Pegassow bemerkte in Mir Fantastiki, „Tschernowik“ beginne mit einer Szene, die auf den Film „Ironie des Schicksals“ verweise, und seine Welt ähnle der eines früheren Romans von Lukjanenko, nur wandere der Held hier nicht durch die Welten, sondern habe die Rolle des Schließers. 2018 verfilmte Sergei Mokrizki „Tschernowik“, deutscher Titel „Weltengänger“, mit einem Kurzauftritt Lukjanenkos; die russische Presse besprach den Film überwiegend negativ, auch wegen seiner Abweichungen vom Roman.
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