Der Report der Magd
Margaret Atwoods „The Handmaid's Tale“, deutsch „Der Report der Magd“, spielt in naher Zukunft in Neuengland, in der Republik Gilead: Nach einem Staatsstreich haben die Söhne Jakobs die Vereinigten Staaten in eine theokratische Militärdiktatur verwandelt. Verseuchung hat viele Menschen unfruchtbar gemacht; Frauen dürfen weder lesen noch Eigentum besitzen, und die Farbe ihrer Kleidung zeigt ihren Stand. Erzählerin ist Desfred, im Original Offred, die bei einem gescheiterten Fluchtversuch nach Kanada von Mann und Tochter getrennt und zur Magd gemacht wurde. Im Haus eines Kommandanten soll sie ein Kind für ihn und seine Frau Serena Joy austragen. Atwood begann den Roman 1984 in West-Berlin und beendete ihn 1985 in Tuscaloosa, Alabama; sie bezeichnete ihn als spekulative Fiktion, nicht als Science-Fiction. McClelland and Stewart veröffentlichte ihn 1985, auf Deutsch erschien er 1987 bei Claassen, übersetzt von Helga Pfetsch. 2019 kam die Fortsetzung „The Testaments“ heraus, die fünfzehn Jahre nach dem ersten Roman spielt; im selben Jahr brachte der Berlin Verlag sie als „Die Zeuginnen“ heraus, übersetzt von Monika Baark. „The Handmaid's Tale“ gewann 1985 den Governor General's Award und 1987 den ersten Arthur C. Clarke Award; 1986 stand er auf der Shortlist des Booker Prize. Der Spiegel sah Atwood 1987 in der Nachfolge von Huxley und Orwell. „The Testaments“ teilte sich 2019 den Booker Prize mit Bernardine Evaristos „Girl, Woman, Other“. Volker Schlöndorff verfilmte den ersten Roman 1990 als „Die Geschichte der Dienerin“, ab 2017 lief bei Hulu eine Fernsehserie.
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