Jerry Cornelius

Michael Moorcocks Jerry Cornelius ist ein großstädtischer Abenteurer, ein androgyner Dandy und eine Verkörperung seines Ewigen Helden; viele Figuren kehren wieder, doch die Bücher hängen eher metafiktional als ursächlich zusammen. „The Final Programme“, der erste Roman, spielt in einer weniger abstrakten und chaotischen Welt als die späteren: Cornelius tritt als hipper Playboy auf und will einen Plan seines zwielichtigen Bruders Frank und der Miss Brunner durchkreuzen, die einen Supercomputer für finstere Zwecke bauen; Frank hält zudem Jerrys Schwester Catherine gefangen. Moorcock schrieb den Roman 1965, als die Londoner Underground-Kultur aufkam; Verlage fanden ihn nach seinen Worten „too freaky“, und als Buch erschien er erst 1968 bei Avon Books in den USA, 1969 bei Allison & Busby. Dort folgten „A Cure for Cancer“, „The English Assassin“ (1972) und „The Condition of Muzak“ (1977). Auf Deutsch erschien „Miss Brunners letztes Programm“ 1971 bei von Schröder; Bastei Lübbe brachte die Romane 1981 und 1982 als „Die Jerry-Cornelius-Chroniken“ heraus. „The Condition of Muzak“ erhielt 1977 den Guardian Fiction Prize. Ralph Willett beschrieb Cornelius' Welt 1976 in Science Fiction Studies als die Welt der 1960er, beschwingt, elitär, androgyn, narzisstisch, überfüllt und voller Darstellungen der Gewalt; Angus Wilson nannte „The Condition of Muzak“ im Observer eines der ehrgeizigsten und vergnüglichsten englischsprachigen Prosawerke seit dem Krieg. Robert Fuest verfilmte „The Final Programme“ 1973 mit Jon Finch, Moorcock sah die Kinofassung kritisch.

Bände
4

Bücher