Otherland
„Otherland“ von Tad Williams spielt in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts in einer Welt, in der ein Netz vollständig immersiver virtueller Realitäten das Leben bestimmt. Der erste Roman, „City of Golden Shadow“ (1996), beginnt mit Paul Jonas, einem britischen Infanteristen an einer scheinbaren Westfront des Ersten Weltkriegs, der sein Gedächtnis fast ganz verloren hat. Daneben erkranken überall auf der Welt Kinder am Tandagore-Syndrom, das sie im schwersten Fall in ein tiefes Koma versetzt. Als es den jüngeren Bruder der Dozentin Renie Sulaweyo in Durban trifft, forscht sie mit !Xabbu, einem San aus ihrem Unterricht, im Netz nach und stößt immer wieder auf eine geheimnisvolle goldene Stadt. Es folgten „River of Blue Fire“ (1998), „Mountain of Black Glass“ (1999) und „Sea of Silver Light“ (2001). Die Handlung führt durch Simulationen nach literarischen Vorbildern wie „Through the Looking-Glass“, der Odyssee und „The Wonderful Wizard of Oz“. Auf Deutsch erschienen die Romane von 1998 bis 2002 bei Klett-Cotta in der Übersetzung von Hans-Ulrich Möhring, ab 2005 auch bei Heyne. Andy Butcher nannte „City of Golden Shadow“ in der Zeitschrift Arcane ein beeindruckendes Werk, das viele scheinbar unverbundene Figuren und Handlungen geschickt zu einem Ganzen verwebe. Der Hessische Rundfunk sendete 2004 und 2005 ein Hörspiel unter der Regie von Walter Adler, mit 24 Stunden und mehr als 200 Sprechern als größte Hörspielproduktion der deutschen Radiogeschichte beworben. Warner Bros. erwarb 2012 die Filmrechte, 2023 wurde eine Fernsehserie als in Entwicklung gemeldet.
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