Zwillingswelten Trilogie
Einleitung Die "Land and Overland" Trilogie stellt eines der originellsten und faszinierendsten Konzepte der Science-Fiction dar: Zwei Planeten, die sich einen gemeinsamen Himmel teilen und deren Bewohner mit Heißluftballons zwischen den Welten reisen können. Orson Scott Card lobte den ersten Band als "was ein Science-Fiction-Roman des 18. Jahrhunderts gewesen sein könnte, wenn Swift oder Defoe mehr auf Newton geachtet hätten" – eine treffende Beschreibung für Bob Shaws einzigartige Mischung aus technischer Raffinesse und klassischem Abenteuergeist. Hintergrundinformationen Autor: Robert Shaw (1931-1996) war ein nordirischer Science-Fiction-Autor, geboren in Belfast als ältester von drei Söhnen eines Polizisten. Nach einer Ausbildung als Bauingenieur arbeitete er für Short and Harland als Flugzeugkonstrukteur, später als Wissenschaftskorrespondent für The Belfast Telegraph (1966-1969) und als Pressereferent für Vickers Shipbuilding, bevor er 1975 hauptberuflicher Schriftsteller wurde. Shaw war bekannt für seine Originalität und seinen Witz und gewann 1979 und 1980 den Hugo Award für den besten Fan-Autor. Publikationsdetails: Die Trilogie besteht aus "The Ragged Astronauts" (1986), "The Wooden Spaceships" (1988) und "The Fugitive Worlds" (1989), alle ursprünglich bei Victor Gollancz in Großbritannien veröffentlicht. In Deutschland erschien die Serie als "Zwillingswelten-Trilogie" im Heyne Verlag, mit dem ersten Band unter dem Titel "Die Heißluft-Astronauten". Genre-Einordnung: Die Serie kombiniert Elemente der Hard Science-Fiction mit klassischen Abenteuererzählungen. Shaw schrieb diese Trilogie als Exploration einer Welt, "in der sich Technologie ohne Metalle entwickelt hat", was zu innovativen technischen Lösungen wie den titelgebenden hölzernen Raumschiffen führt. Die Werke lassen sich als "Scientific Romance" im Stil von H.G. Wells oder Jules Verne klassifizieren. Handlung und Charaktere Die Handlung spielt auf einem Doppelplaneten-System namens Land und Overland, die sich einen gemeinsamen Himmel teilen und nur wenige tausend Kilometer voneinander entfernt sind. Auf Land sieht sich die Menschheit einer existenziellen Bedrohung gegenüber – eine Luftspezies namens Ptertha hat der Menschheit den Krieg erklärt und jagt aktiv nach Opfern. Die einzige Hoffnung liegt in der Migration durch den Weltraum nach Overland – mit Ballons. Der Protagonist Toller Maraquine gehört zur Philosophenkaste, unterscheidet sich aber von anderen und fragt sich, ob er eigentlich der Sohn eines Kriegers ist. Tollers Fähigkeiten sind entscheidend für den Bau und Test der Luftschiffe. Die Geschichte erstreckt sich über mehrere Jahre und Generationen, wobei im dritten Band Toller Maraquine II, der Enkel des ursprünglichen Helden, die Hauptrolle übernimmt. Im Verlauf der Trilogie entwickelt sich ein Konflikt zwischen den neuen Bewohnern von Overland und jenen, die auf Land zurückblieben und, nachdem sie eine Immunität gegen die Ptertha entwickelt haben, Overland zu erobern beabsichtigen. Der finale Band konfrontiert die Menschen mit einer fremden Zivilisation, als ein seltsames Objekt aus dem Weltraum sich den Planeten nähert und eine kristalline Struktur zwischen den Welten wächst. Bedeutung und Rezeption Der erste Band "The Ragged Astronauts" gewann 1987 den BSFA Award für den besten Roman und war 1987 für den Hugo Award nominiert, wo er den zweiten Platz belegte. Das Werk erhielt auch Nominierungen für den Arthur C. Clarke Award und den Locus Award für den besten Science-Fiction-Roman. Shaw wurde zitiert mit den Worten: "Ich schreibe Science-Fiction für Menschen, die nicht viel Science-Fiction lesen", was seine Zugänglichkeit für ein breiteres Publikum unterstreicht. Orson Scott Card würdigte die Serie mit außergewöhnlichem Lob und betonte Shaws "außergewöhnliche Kombination aus Intelligenz, Klarheit und Mitgefühl". Die Trilogie blieb ein Kultklassiker innerhalb der Science-Fiction-Gemeinde, ohne jedoch breitere Medienadaptionen zu erfahren. Sie wird als eines der originellsten Konzepte in der Science-Fiction gefeiert, vergleichbar mit anderen exotischen Welten-Schöpfungen wie Edgar Rice Burroughs' Pellucidar. Empfehlung Die "Land and Overland" Trilogie eignet sich hervorragend für Leser, die klassische Science-Fiction-Abenteuer mit innovativen wissenschaftlichen Konzepten schätzen. Besonders empfehlenswert ist die Serie für: - Fans klassischer Science-Fiction im Stil von H.G. Wells oder Jules Verne - Leser, die originelle Weltenbau-Konzepte und alternative Physik faszinieren - Einsteiger in die Science-Fiction, da Shaw bewusst für ein allgemeines Publikum schrieb - Liebhaber von Abenteuerromanen mit wissenschaftlichem Hintergrund Die Serie besticht durch ihre Zugänglichkeit ohne Verlust an wissenschaftlicher Raffinesse und bietet sowohl spannende Action als auch durchdachte Exploration alternativer Technologien. Shaw gelingt es, komplexe physikalische Konzepte in eine mitreißende Erzählung zu verwandeln, die sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.
- Bände
- 3