C. J. Cherryh

Das stumme h am Ende ihres Namens hat sie nicht selbst hinzugefügt. Als Donald A. Wollheim von DAW Books 1975 zwei ihrer Manuskripte kaufte, fand er, "Cherry" klinge zu sehr nach einer Verfasserin von Liebesromanen, und hängte ein h an. Die Initialen dagegen waren ihre eigene Entscheidung: In einem Feld, in dem damals fast nur Männer veröffentlichten, sollte der Name nicht verraten, dass Carolyn Janice Cherry eine Frau ist. Geboren wurde sie am 1. September 1942 in St. Louis, Missouri. 1964 schloss sie an der University of Oklahoma ein Studium der lateinischen Sprache ab, als Mitglied von Phi Beta Kappa und mit Schwerpunkten in Archäologie, Mythologie und Technikgeschichte; 1965 folgte als Woodrow-Wilson-Stipendiatin ein Master in Altertumswissenschaften an der Johns Hopkins University. Danach unterrichtete sie an der John Marshall High School in Oklahoma City Latein, Altgriechisch, Altertumskunde und Alte Geschichte und führte in den Sommern Schülergruppen zu antiken Stätten in England, Frankreich, Spanien und Italien. Die beiden Manuskripte erschienen 1976 als "Gate of Ivrel" und "Brothers of Earth". 1977 bekam Cherryh den John W. Campbell Award als beste neue Autorin, 1979 den Hugo Award für die Kurzgeschichte "Cassandra". Seit Mitte der siebziger Jahre hat sie mehr als fünfzig Romane veröffentlicht, gegliedert in Zyklen: der Morgaine-Zyklus (1976 bis 1988), die Faded-Sun-Trilogie (1978 und 1979), die Chanur-Reihe (1981 bis 1992), der Foreigner-Zyklus um die Atevi (ab 1994) und die Fortress-Reihe (1995 bis 2006). Am Alliance-Union-Universum arbeitet sie seit 1976; darin spielen "Downbelow Station" und "Cyteen", und beide brachten ihr den Hugo Award für den besten Roman ein, 1982 und 1989. "Cyteen" erschien im Mai 1988 und handelt von Ariane Emory, der Leiterin der Forschungseinrichtung Reseune und einer von vierzehn Personen, die Union als "Specials" führt, als amtlich bestätigte Genies; nach Ariane Emorys Tod wird ein Klon von ihr geschaffen, der ihr Werk fortsetzen soll. Daneben stehen die Azi, in Tanks ausgetragene Klone, die von Geburt an über "Tape" erzogen werden, eine rechnergesteuerte Mischung aus Konditionierung und Biofeedback. Azi können sich besser konzentrieren als andere Menschen und tun sich schwerer mit dem Unvorhergesehenen; ein schlecht entworfener Psychosatz, im Roman "psychset", kann sie seelisch aus dem Gleichgewicht bringen. 2016 ernannten die Science Fiction and Fantasy Writers of America Cherryh zum Grand Master, 2020 bekam sie den Prometheus Award, 2021 den Robert A. Heinlein Award. Ein Asteroid trägt ihren Namen, (77185) Cherryh. Sie lebt im Staat Washington.

Geboren
1. September 1942
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher