Cyteen

Im Union-Universum leitet die Wissenschaftlerin und Politikerin Ariane Emory das Forschungszentrum Reseune, das Azi (künstlich gezüchtete und konditionierte Menschen) für Arbeit und Militärdienst herstellt. Emory ist eines von vierzehn anerkannten Genies der Union, sitzt im höchsten Rat, dem Council of Nine, und ist durch Rejuvenation bereits 120 Jahre alt. Zwei Fraktionen ringen um die Macht: die Expansionisten um Emory und die Zentristen um Mikhail Corain. Emorys wissenschaftlicher Rivale Jordan Warrick, selbst eines der raren Genies, hat mit Justin einen eigenen Klon großgezogen, der eng mit dem experimentellen Azi Grant befreundet ist. Als Emory sich mit Drogen und psychologischem Zwang an Justin vergreift und ihn gefügig macht, gerät sie in offenen Konflikt mit Jordan. Zugleich verschärft sich der politische Machtkampf um die Kontrolle über Reseune und die Azi-Produktion, von der die Stärke der Union abhängt. Identität wird hier konsequent als Frage der Erziehung gedacht: Wenn ein Mensch bis in Erinnerungen und Reflexe hinein geplant und konditioniert werden kann, was bleibt dann von seinem eigenen Willen übrig? Der Roman verknüpft diese Frage mit einer nüchternen Betrachtung von Macht, die sich über die Kontrolle von Biologie und nicht nur von Territorium behauptet. Empfehlung: Ausgezeichnet mit dem Hugo Award 1989, gilt Cyteen als einer der anspruchsvollsten Romane über Gentechnik und Macht im Genre. Er gehört zum Alliance-Union-Universum und folgt zeitlich auf Pells Stern (Downbelow Station); eine Fortsetzung, Regenesis, erschien 2009. Auf Deutsch liegt er in einer dreiteiligen Ausgabe vor, unter den Titeln Der Verrat, Die Wiedergeburt und Die Rechtfertigung, und bietet dichte, langsam aufgebaute Spannung für Leser harter Science-Fiction mit politischem Tiefgang. Der Roman behandelt sexuellen Missbrauch und dessen Folgen als tragendes Motiv.

Erschienen
1988
Seiten
680
Verlag
Warner
ISBN
9780441662289
Sprache
en

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