Daniel Keyes
Horace L. Gold lehnte "Flowers for Algernon" für Galaxy wegen des Schlusses ab, und er war nicht der Einzige. Daniel Keyes weigerte sich, das Ende umzuschreiben, und brachte die Erzählung 1959 in The Magazine of Fantasy & Science Fiction unter. Sie gewann den Hugo Award und erschien in über 30 Ländern. Geboren wurde Keyes am 9. August 1927 in Brooklyn. Mit siebzehn ging er zum United States Maritime Service und fuhr als Zahlmeister auf Öltankern; 1950 machte er am Brooklyn College den Bachelor in Psychologie. Einen Monat später trat er in Martin Goodmans Verlag Magazine Management ein, wurde Redakteur des Pulp-Magazins Marvel Science Stories und arbeitete danach unter Stan Lee für die Comics von Atlas, dem Vorläufer von Marvel; die Stelle war nach seinen Worten ein Umweg auf dem Weg zur Literatur, angenommen, weil die Monatsmiete von 17,25 Dollar fast fällig war. Eine Idee aus dieser Zeit reichte er bei Lee nicht ein: "Brainstorm", die Skizze eines Mannes, dessen Intelligenzquotient ein Versuch von 90 auf Geniehöhe hebt, bevor er zurückfällt; etwas habe ihm gesagt, daraus müsse mehr werden als ein Comicskript. 1955 und 1956 schrieb er für EC Comics, auch unter den Pseudonymen Kris Daniels und A. D. Locke. Den Anstoß zur Erzählung gab ein Erlebnis mit einem Jungen aus einer Klasse geistig behinderter Schüler, die Keyes als Lehrer an einer High School unterrichtete. Für die Romanfassung bekam er einen Vertrag bei Doubleday, doch auch dort wollte man ein anderes Ende; Keyes zahlte den Vorschuss zurück, und nach fünf weiteren Absagen aus demselben Grund kaufte Harcourt das Manuskript. Der Roman erschien 1966, deutsch zuerst als "Charly", später als "Blumen für Algernon", und gewann den Nebula Award. Ralph Nelson verfilmte ihn 1968 als "Charly", mit Cliff Robertson, der den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann. Nach dem Master 1961 lehrte Keyes an der Wayne State University in Detroit, dann als Professor für Englisch und kreatives Schreiben an der Ohio University in Athens, die ihn 2000 emeritierte. "The Touch" (1968, deutsch "Kontakt radioaktiv") schildert weniger die medizinischen und physikalischen Folgen einer radioaktiven Verseuchung als die Ausgrenzung der Betroffenen; Inge Holm empfahl den Roman als Handbuch für den Notfall. Mit "The Minds of Billy Milligan" (1982, deutsch "Die Leben des Billy Milligan") schrieb er einen Tatsachenroman über einen Mann mit multipler Persönlichkeit; das Buch erhielt 1986 den Kurd-Laßwitz-Preis. Keyes starb am 15. Juni 2014 in Boca Raton.
- Geboren
- 9. August 1927
- Gestorben
- 15. Juni 2014
- Nationalität
- Vereinigte Staaten