Ian McDonald

Über "Luna: New Moon" sagte Ian McDonald 2014, er schreibe darin immer noch über ein Schwellenland, dieses liege nur zufällig auf dem Mond; bevor Kritiker den Roman "Game of Thrones im Weltraum" nannten, hatte er ihn selbst "Game of Domes" getauft. Geboren wurde er am 31. März 1960 in Manchester, als Sohn einer irischen Mutter und eines schottischen Vaters; mit fünf Jahren zog die Familie nach Nordirland, und in Belfast lebt er seither. Er hat den gesamten Nordirlandkonflikt miterlebt und dabei gelernt, Nordirland als eine postkoloniale Gesellschaft zu lesen, die einer älteren Kultur übergestülpt wurde. Der Weg zum Schreiben war krumm: Ein Psychologiestudium brach McDonald ohne Abschluss ab, war lange arbeitslos, arbeitete eine Zeit lang für eine Missionsgesellschaft und betreute einen ugandischen Mädchenchor auf einer Tournee durch Irland; dazu schrieb er Drehbücher für "Sesame Tree", den nordirischen Ableger der Sesamstraße. 1983 erschien seine erste Science-Fiction-Geschichte in dem kurzlebigen Magazin Extro, Bantam Books fragte daraufhin nach einem Roman, und so entstand "Desolation Road", die Geschichte einer Stadt, die in der terraformten Marswüste um eine Oase herum wächst. Seit 1987 lebt er vom Schreiben. Seine Bücher spielen fast immer dort, wo Technik auf Verhältnisse trifft, für die sie nicht gedacht war. Im Chaga-Zyklus gehen biologische Pakete auf der Erde nieder und lassen Zonen fremden Lebens wachsen, die alles Irdische aufsaugen; daran verhandelt McDonald die Aids-Krise in Afrika, die Quarantänezone der Vereinten Nationen in Kenia und die Frage, ob dieses fremde Leben eine Bedrohung ist oder eine Chance. "River of Gods" zeigt ein in Einzelstaaten zerfallenes Indien des Jahres 2047, in dem künstliche Intelligenzen auf einen Techno-Hinduismus treffen. "Brasyl" spielt im Südamerika des 18. und des 21. Jahrhunderts. In "Herzen, Hände und Stimmen" prallen zwei Lebensweisen aufeinander, eine biologisch verwurzelte und eine technische, und auf die Frage, welche die bessere sei, gibt das Buch keine Antwort. Für "Desolation Road" bekam er 1989 den Locus Award als bestem Debütroman, für "Sacrifice of Fools" 1999 den Kurd-Laßwitz-Preis, für die Erzählung "The Djinn's Wife" 2007 den Hugo Award und für "The Dervish House" 2011 den John W. Campbell Memorial Award. Zuletzt erschienen "Hopeland", "The Wilding" und 2026 "Boy, with Accidental Dinosaur".

Geboren
31. März 1960
Nationalität
Vereinigtes Königreich

Bücher