The Dervish House

Istanbul im April 2027, in einer Hitzewelle. Ein Anschlag auf einen Bus erschüttert die Stadt; außer dem Attentäter selbst kommt niemand zu Tode. Im Stadtteil Beyoğlu, rund um das verlassene Dervisch-Haus Adem Dede in Eskiköy, leben mehrere Menschen, deren Wege sich über diesen Ort kreuzen: Necdet, ein verwirrter junger Mann, der im Bus saß und danach von religiösen Visionen heimgesucht wird, der kranke Junge Can Durukan, der die Stadt von zu Hause aus über ein Roboter-Äffchen beobachtet, sein Mentor Georgios Ferentinou, ein pensionierter Ökonom aus der griechischen Minderheit, und die Atheistin Ayşe Erkoç, die einen Laden für religiöse Antiquitäten führt. Was der Anschlag bezwecken soll, versteht zunächst niemand, und gerade diese offene Frage treibt die Erzählung voran. Die Figuren beobachten das Ereignis von verschiedenen Standpunkten aus und sind mit ihm indirekt verbunden, ohne es zu wissen. Georgios arbeitet in einer Denkfabrik, die künftige Anschläge vorhersagen soll, Cans Roboter-Äffchen stößt am Tatort auf gefährliche Spuren, und Ayşe geht einem Auftrag nach: Ein geheimnisvoller Käufer möchte, dass sie ein legendäres Stück namens mellified man aufspürt. Der Roman verhandelt, wie viel von der alten, religiös geprägten Kultur einer Stadt in einer Zukunft überlebt, die von Nanotechnologie durchdrungen ist. Istanbul erscheint dabei als eine Stadt, die zwischen Säkularismus und Glauben, zwischen Tradition und Hochtechnologie gespalten ist, und die Figuren zeigen, wie unterschiedlich sich diese Spannung im Alltag Einzelner niederschlägt. Empfehlung: Ausgezeichnet 2011 mit dem BSFA Award und dem John W. Campbell Memorial Award, gehört der Roman zu den anspruchsvolleren Beispielen urbaner Science-Fiction. Wer an Kim Stanley Robinson oder Cory Doctorow das Interesse an technologisch durchdrungenen Gesellschaften schätzt, findet hier eine ebenso vielschichtige Stadt.

Erschienen
2010
Seiten
359
ISBN
9781616142049
Sprache
en

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