John Varley

Noch vor seinem zwanzigsten Geburtstag verließ John Varley die Universität und kam 1967 nach Haight-Ashbury in San Francisco, rechtzeitig zum "Summer of Love". Dort hielt er sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, aß in der St. Anthony's Mission und bettelte vor dem Cala Market, bis er zu dem Schluss kam, dass Schreiben ein besserer Broterwerb sein müsse. 1969 war er zufällig in Woodstock dabei: Eine halbe Meile entfernt ging seinem Auto das Benzin aus. Geboren wurde er am 9. August 1947 in Austin, Texas. Er wuchs in Fort Worth auf, zog 1957 nach Port Arthur und ging mit einem Stipendium an die Michigan State University, wo er mit Physik begann und zu Englisch wechselte. Nach einigen Jahren, in denen er durch das Land reiste, entschied er sich 1973, hauptberuflich zu schreiben. Seinen ersten Romanversuch, "Gas Giant", nannte er selbst "ziemlich schlecht". Seine erste veröffentlichte Erzählung, "Picnic on Nearside", erschien im August 1974 im Magazine of Fantasy & Science Fiction. Sie gehört wie viele seiner Geschichten zu den Eight Worlds: Nach einer Invasion übermächtiger Außerirdischer, die Wale und Delfine für die höheren Lebewesen der Erde halten und die Menschen für einen gefährlichen Befall, gibt es auf der Erde kaum noch Menschen. Die Menschheit lebt im übrigen Sonnensystem, oft biologisch verändert, mit Verfahren, die sie zum Teil beim Abhören der Fremden gelernt hat. Ein Geschlechtswechsel ist dort ein Routineeingriff, und in seinen Romanen stehen häufig Frauen im Vordergrund, was gerade unter männlichen Autoren harter Science-Fiction unüblich ist. Die Sammlung "The Persistence of Vision" (1978) mit neun Erzählungen aus den Jahren 1975 bis 1978 gewann den Locus Award, die Titelgeschichte Hugo und Nebula Award. Den Hugo gewann er noch zweimal, für "The Pusher" und "Press Enter", für die zweite auch den Nebula. "Titan" (1979), deutsch "Der Satellit", eröffnete eine Trilogie um Gäa, ein riesiges intelligentes Lebewesen in der Form eines radförmigen Raumhabitats. Einige Jahre versuchte er sich in Hollywood, greifbar blieb davon nur der Film "Millennium". Er habe das Drehbuch sechsmal geschrieben, sagte er, für vier verschiedene Regisseure, und bis gedreht wurde, sei viel von der Vision verloren gegangen. Der kanadische Kritiker John Clute verglich sein Werk mit dem Robert A. Heinleins. 2009 erhielt Varley den Robert A. Heinlein Award. Zum dreißigsten Jahrestag seiner ersten Veröffentlichung erschien "The John Varley Reader" mit achtzehn Erzählungen, jede mit eigenem Vorwort. Varley starb am 10. Dezember 2025 in Beaverton, Oregon.

Geboren
9. August 1947
Gestorben
10. Dezember 2025
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher