Kim Stanley Robinson

Bevor Kim Stanley Robinson seine eigenen Romane veröffentlichte, promovierte er über die eines anderen. Seine Dissertation von 1982 behandelte das Romanwerk von Philip K. Dick und erschien 1984 überarbeitet als Buch. Um dieselbe Zeit erschienen seine ersten beiden eigenen Romane, The Wild Shore und Icehenge. Geboren wurde er am 23. März 1952 in Waukegan, Illinois; als Kind kam er nach Südkalifornien. 1974 schloss er ein Literaturstudium an der University of California in San Diego ab, 1975 einen Master in Anglistik an der Boston University. Im selben Jahr nahm er am Clarion Workshop teil, wo Ursula K. Le Guin, Fredric Jameson und Gary Snyder zu seinen Lehrenden gehörten; später unterrichtete er dort selbst. Seine erste Erzählung, Coming Back to Dixieland, nahm Damon Knight 1976 in die Anthologienreihe Orbit auf. Die Marstrilogie, für die er bekannt wurde, ging aus einer fünfzehn Jahre langen Beschäftigung mit dem Planeten hervor. Roter Mars erschien 1992 und brachte ihm im Jahr darauf den Nebula Award; Grüner Mars und Blauer Mars gewannen 1994 und 1997 je einen Hugo Award. Worüber die Siedler in diesen Büchern streiten, ist nicht die Technik, sondern die Frage, ob eine unbelebte Landschaft denselben Wert hat wie eine lebende. Seit der Jahrtausendwende schreibt Robinson über die Erderwärmung: die Trilogie Science in the Capital, den Roman 2312, New York 2140, in dem ein Meeresspiegelanstieg die halbe Stadt unter Wasser gesetzt hat, und Das Ministerium für die Zukunft von 2020. Seine Bücher zählen zur Klimafiktion und stellen der heutigen Wirtschaftsordnung regelmäßig andere entgegen; an die Stelle von Konzernen treten darin Genossenschaften und Belegschaftseigentum. Das Time Magazine führte ihn 2008 als Hero of the Environment. Robinson bezeichnet sich als leidenschaftlichen Rucksackwanderer; die Sierra Nevada ist sein Hausgebirge und hat nach eigener Aussage seine Sicht auf die Welt geprägt. Er lebt in Davis in Kalifornien, in einem Wohnprojekt mit gemeinschaftlich genutzten Räumen. 2016 wurde ein Asteroid nach ihm benannt, (72432) Kimrobinson. Im Mai 2026 verlieh ihm das Middlebury College die Ehrendoktorwürde, bevor er dort die Rede zur Abschlussfeier hielt.

Geboren
30. April 1944
Nationalität
Vereinigte Staaten

Bücher