The Years of Rice and Salt

In einer Alternativgeschichte tötet die Schwarze Pest im 14. Jahrhundert nicht nur ein Drittel, sondern 99 Prozent der europäischen Bevölkerung. Der Roman folgt einer Gruppe von Seelen durch mehrere Wiedergeburten, beginnend mit Bold und Psin, zwei Spähern in der Armee Timurs, die die Pest miterleben. Bold gerät später in Sklaverei und freundet sich dort mit dem jungen afrikanischen Sklaven Kyu an. Ohne ein dominierendes Europa entwickeln sich muslimische und chinesische Zivilisationen zu den prägenden Mächten der Welt, von Timurs Reich über Peking und das Mogulreich in Indien bis zum Maghreb und al-Andalus. Über Reinkarnation, Jati und die Zwischenwelt des Bardo hinweg begegnen sich dieselben Seelen in immer neuen Rollen, etwa als die beiden Hindu-Mädchen Kokila und Bihari im Mogulreich oder als der Sufi-Mystiker Bistami. Robinson fragt, wie sich Geschichte verändert, wenn eine Zivilisation vollständig verschwindet, und richtet den Blick dabei bewusst auf Sozial- und Kulturgeschichte statt auf Feldzüge und Herrscher. Die wiederkehrenden Seelen verbinden die einzelnen Epochen zu einem Gedanken über Kontinuität und Wandel, der offenlässt, wie viel von einer Zivilisation tatsächlich einzigartig ist und wie viel sich unter anderen Voraussetzungen einfach neu erfindet. Empfehlung: Gelobt wird vor allem die historische Sorgfalt, mit der Robinson seine Alternativwelt ausgestaltet. Der Roman eignet sich für Freunde vielschichtiger alternativer Geschichte und aufwendigen Weltenbaus, etwa im Umfeld von Harry Turtledove oder Ursula K. Le Guin, und verlangt Geduld für seine episodische, über Jahrhunderte gespannte Struktur.

Erschienen
2002
Seiten
658
ISBN
0553109200
Sprache
en
Genres
Alternate Reality

Autoren

Preise

Weitere Werke von Kim Stanley Robinson