Neal Stephenson
Neal Stephenson begann an der Boston University mit Physik und wechselte zur Geografie, weil ihm das mehr Zeit am Großrechner der Universität ließ. 1981 schloss er mit einem Bachelor in Geografie und Physik im Nebenfach ab. Elf Jahre später prägte er in einem Roman das Wort Metaversum. Geboren wurde er am 31. Oktober 1959 in Fort Meade, Maryland, in eine Familie von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern: Der Vater lehrte Elektrotechnik, die Mutter arbeitete in einem Biochemielabor, die Großväter waren Professoren für Physik und Biochemie. 1960 zog die Familie nach Champaign in Illinois, 1966 nach Ames in Iowa, wo Stephenson 1977 die High School abschloss. "The Big U" von 1984, eine Satire auf den amerikanischen Universitätsbetrieb, und der Umweltthriller "Zodiac" von 1988 fanden wenig Beachtung. Der Durchbruch kam 1992 mit "Snow Crash". Der Roman spielt in einem Amerika, das in Kleinstaaten zerfallen ist, die als Franchiseunternehmen geführt werden, bis hinunter zu Polizei und Strafvollzug; daneben steht eine virtuelle Welt, für die Stephenson den Begriff Metaverse erfand und in der er das Wort Avatar für die Figur des Benutzers geläufig machte. 1994 veröffentlichte er mit seinem Onkel George Jewsbury unter dem gemeinsamen Namen Stephen Bury den Politthriller "Interface", 1996 folgte "The Cobweb". Dazwischen erschien 1995 "The Diamond Age", das eine Gesellschaft mit hochentwickelter Nanotechnik und neoviktorianischen Umgangsformen zeigt; das Buch bekam 1996 den Hugo und den Locus Award. 1995 und 1996 reiste Stephenson für das Magazin Wired als hacker tourist um die Welt und verfolgte die Verlegung des Seekabels Fiber-Optic Link Around the Globe; sein Essay "Mother Earth - Mother Board" erschien im Dezember 1996. Was er unterwegs sah, ging in "Cryptonomicon" ein, das 1999 folgte und in zwei Zeitsträngen von der Entschlüsselung der Enigma und von einem Datenhafen in Südostasien erzählt. Daran schloss der Barock-Zyklus an, gut dreitausend Seiten über die Jahre von 1655 bis 1714, zuerst in drei Bänden: "Quicksilver" 2003, "The Confusion" und "The System of the World" 2004. "Anathem" erschien 2008 und bekam den Locus Award, "Seveneves" 2015, auf Deutsch "Amalthea": Der Mond zerbricht, seine Trümmer machen die Erdoberfläche für Jahrtausende unbewohnbar, und die Menschheit teilt sich in die, die ins All fliehen, die, die unter die Erde gehen, und die, die sich dem Wasser anpassen. Neben dem Schreiben arbeitete Stephenson für Jeff Bezos' Raumfahrtfirma Blue Origin, war von Dezember 2014 bis Juni 2020 Chief Futurist bei Magic Leap und gründete 2022 die Firma Lamina1. Ein Versuch, das Schwertkampfspiel Clang auf die Beine zu stellen, scheiterte 2014 am Geld; er selbst sagte dazu, er habe wohl zu sehr auf historische Genauigkeit geachtet und zu wenig darauf, das Spiel unterhaltsam genug für weitere Geldgeber zu machen.
- Geboren
- 31. Oktober 1959
- Nationalität
- Vereinigte Staaten