The Diamond Age

In einer fernen Zukunft haben Nationalstaaten an Bedeutung verloren; an ihre Stelle sind Stämme getreten, lose Gemeinschaften mit gemeinsamen wirtschaftlichen und kulturellen Interessen. Materie-Compiler erzeugen fast jedes Gut aus Rohstoffen, wodurch klassischer Mangel verschwunden ist. In der viktorianisch geprägten Enklave Neu-Atlantis lässt der wohlhabende Lord Alexander Finkle-McGraw für seine Enkelin Elizabeth ein besonderes Lehrbuch entwickeln: eine illustrierte Fibel, ein interaktives Buch, das sein Publikum durch Geschichten erzieht. Der Nano-Ingenieur John Percival Hackworth baut heimlich eine zweite, illegale Kopie der Fibel für seine eigene Tochter. Diese Kopie wird jedoch von Harv gestohlen, der sie seiner kleinen Schwester Nell aus den gepachteten Territorien, dem Elendsviertel der Insel Neu-Chusan, überlässt. Nell, ein Kind ohne Stammzugehörigkeit, eine Thete, wächst mit dem Buch auf, das ihr vorliest, sie unterrichtet und ihr Fähigkeiten vermittelt, die ihrer Herkunft eigentlich verwehrt sind. Über das Buch drängt sich ihr die Frage auf, wie durchlässig die Grenzen zwischen den Klassen wirklich sind. Der Roman stellt die Frage, ob Bildung Klassenschranken auflösen kann, wenn selbst das beste Lehrmittel nur wirkt, wo eine vertraute Stimme es begleitet. Er denkt Erziehung als Beziehung zwischen Kind und Maschine weiter und fragt, wie viel Menschlichkeit eine künstliche Mentorin vermitteln kann, ohne die kulturelle Prägung ihrer Schöpfer zu verlieren. Empfehlung: Der Bildungsroman verbindet Gesellschaftsentwurf mit technischem Ideenreichtum und wurde 1996 mit dem Hugo Award und dem Locus Award ausgezeichnet. Wer sich für durchdachte Zukunftsentwürfe jenseits reiner Abenteuerhandlung interessiert, findet hier ein dichtes Gedankenexperiment über Erziehung und Klasse. Auf Deutsch erschien der Roman 1996 im Goldmann Verlag unter dem Titel Diamond Age. Die Grenzwelt.

Erschienen
1995
Seiten
499
Verlag
Bantam Spectra
ISBN
9780553380965
Sprache
en

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