Doomsday Book
Im Jahr 2054 will die Historikerin Kivrin Engle mittelalterliches Leben nicht nur erforschen, sondern selbst erleben: Sie plant eine Zeitreise nach Oxford um das Jahr 1320. Ihr Dozent James Dunworthy hält die Mission für zu riskant, doch die Universität genehmigt sie. Kurz nachdem Kivrin abgereist ist, erkrankt der Techniker Badri Chaudhuri, der ihre Zielkoordinaten eingestellt hatte, an einer schweren Grippe, die sich rasch über die Universität ausbreitet. Während Dunworthy versucht, aus dem fiebernden Badri herauszubekommen, ob bei der Zeitreise etwas schiefgelaufen ist, erwacht Kivrin krank und ohne Erinnerung an ihre ersten Stunden in einem Herrenhaus im mittelalterlichen England. Sie freundet sich mit den Kindern Agnes und Rosemund sowie mit dem Priester Father Roche an. Ein Zeitversatz (Slippage) hat sie jedoch unbemerkt weiter in die Vergangenheit verschlagen, als geplant war, und sie verliert den Weg zu ihrem Rückholpunkt aus den Augen. In Oxford 2054 legt die Grippe-Epidemie derweil die Universität lahm, während niemand mehr sagen kann, wann genau Kivrin tatsächlich angekommen ist. Zwei Krisen spiegeln sich ineinander: die Grippe-Epidemie der Gegenwart und die Bedrohung, der Kivrin in der Vergangenheit begegnet. Daraus entsteht die Frage, was akademische Distanz zur Geschichte noch wert ist, sobald Forschung zu unmittelbarem Miterleben wird, und ob Mitgefühl über Zeiten hinweg möglich bleibt. Empfehlung: Der Roman eröffnet Connie Willis' Oxford-Reihe um das Zeitreise-Netz, die sich fortsetzt mit To Say Nothing of the Dog und dem zweiteiligen Abschluss Blackout/All Clear. Ausgezeichnet 1992 mit dem Nebula Award und ein Jahr später mit dem Hugo Award, gilt er als einer der emotional dichtesten Zeitreise-Romane des Genres. Die deutsche Ausgabe erschien unter dem Titel Die Jahre des Schwarzen Todes, zuletzt 2011 in einer Neuauflage.
- Erschienen
- 1992
- Seiten
- 592
- Verlag
- Bantam Spectra
- ISBN
- 9780553562736
- Sprache
- en