Julian Comstock

Robert Charles Wilson entwirft in "Julian Comstock" eine Zukunftsvision Amerikas im 22. Jahrhundert, in der die moderne Zivilisation nach dem Ende der fossilen Brennstoffe zusammengebrochen ist. Die Gesellschaft hat sich zu einer neo-viktorianischen Theokratie entwickelt, die von religiösen Fundamentalisten beherrscht wird und technologischen Fortschritt als Ketzerei betrachtet. Der Roman folgt der Freundschaft zwischen Adam Hazzard und Julian Comstock, einem Neffen des Präsidenten, der heimlich eine Leidenschaft für die verbotene Wissenschaft und Kunst der Vergangenheit hegt. Als Julian in die politischen Machtkämpfe seiner Zeit hineingezogen wird, muss er zwischen persönlichen Überzeugungen und den Erwartungen einer rückschrittlichen Gesellschaft navigieren. Wilson verbindet geschickt gesellschaftskritische Elemente mit einer atmosphärischen Darstellung einer Welt, die trotz ihres Rückfalls in vormoderne Strukturen faszinierend und vielschichtig bleibt. Die Geschichte thematisiert den Konflikt zwischen Wissenschaft und Dogma, Fortschritt und Tradition, sowie die Macht der Bildung in einer von Ignoranz geprägten Gesellschaft. Empfehlung: Das Buch eignet sich besonders für Leser, die nachdenkliche Science Fiction schätzen, die gesellschaftliche Entwicklungen kritisch hinterfragt. Fans von Autoren wie Margaret Atwood oder Kim Stanley Robinson werden die durchdachte Weltgestaltung und die subtile Kritik an religiösem Fundamentalismus zu schätzen wissen.

Erschienen
2009
Seiten
670
Sprache
de
Genres
Alternate Reality, Dystopie / Postapokalypse, Social Science Fiction, Steampunk

Autoren