Robert Charles Wilson

In "Spin" schließt eine unbekannte kosmische Macht die Erde in ein Feld ein, in dem die Zeit langsamer vergeht als draußen. Während auf der Erde wenige Jahre verstreichen, reicht die Zeit im übrigen Universum, um den Mars zu terraformen und zu besiedeln. Erzählt wird das nicht als Astrophysik, sondern entlang einiger weniger Menschen, die an der Erforschung des Phänomens arbeiten. Der Roman brachte Robert Charles Wilson 2006 den Hugo Award ein. Sein Fall ist eigen: Der Kanadier kam am 15. Dezember 1953 in Whittier in Kalifornien zur Welt und war den größten Teil seines Lebens kein Kanadier. Aufgewachsen ist er in der Nähe von Toronto, gelebt hat er, abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in Whittier Anfang der siebziger Jahre, immer in Kanada; die Staatsbürgerschaft nahm er erst 2007 an, im Jahr nach dem Hugo. Angefangen hatte er lange davor. Im Februar 1975 erschien in Analog seine erste Geschichte, "Equinocturne", unter dem Namen Bob Chuck Wilson. Bis zum ersten Roman, "A Hidden Place", vergingen dann elf Jahre. Ab 1998 betreute Teresa Nielsen Hayden bei Tor seine Bücher, darunter "Darwinia", "Blind Lake" und die Spin-Trilogie. In "Die Chronolithen" findet ein Softwareentwickler im thailändischen Dschungel einen Monolithen aus unzerstörbarem Material; die Inschrift feiert einen militärischen Sieg, der zwanzig Jahre in der Zukunft liegt. Über die folgenden zwanzig Jahre erscheinen immer größere Denkmäler für denselben künftigen Sieger, erst in Asien, dann überall, und aus der Angst vor einer feststehenden Zukunft werden Kulte, Bewegungen und Krieg. "Julian Comstock" spielt 2172, lange nach dem Ende des Ölzeitalters, in einem Amerika, das zur neoviktorianischen Oligarchie geworden ist, mit vererbter Präsidentschaft und einer Kirche, die Darwins Ideen unterdrückt. Ausgezeichnet wurde er mit dem Philip K. Dick Award für "Mysterium", dem Aurora Award 1999 für "Darwinia" und 2004 für "Blind Lake", dem John W. Campbell Memorial Award 2002 für "Die Chronolithen", dem Hugo Award 2006 für "Spin" und dem Kurd-Laßwitz-Preis 2007 als bestem ausländischen Werk, ebenfalls für "Spin". 2018 wurde er in die Hall of Fame des Aurora Award aufgenommen. Stephen King nannte ihn 2007 den wahrscheinlich besten Science-Fiction-Autor der Gegenwart. Sein bislang letzter Roman, "Last Year", erschien im Dezember 2016.

Geboren
15. Dezember 1953
Nationalität
Kanada

Bücher