Kiln People

In naher Zukunft klonen Menschen ihre Persönlichkeit für einen Tag in formbare Tonkörper, sogenannte Dittos. Der Privatdetektiv Albert Morris setzt mehrere Dittos gleichzeitig ein, um parallel an verschiedenen Fällen zu arbeiten. Einer seiner grünen Dittos wird von den Kopien des Verbrechers Beta durch die Stadt gejagt, und als Albert dessen Erinnerungen empfängt, durchkreuzt er Betas Plan. Am Morgen darauf nimmt er einen neuen Fall an: Yosil Maharal, Gründer der Firma, die die Tonkörper herstellt, ist zu Tode gekommen. Albert ermittelt im Umfeld von Universal Kilns, der Fabrik, die die Dittos herstellt, und arbeitet dabei mit Yosils Tochter Ritu zusammen, die ihre eigene Sicht auf den Tod ihres Vaters hat. Zugleich entwickelt der grüne Ditto aus dem ersten Fall, den Albert Frankie nennt, einen eigenen Willen und will nicht länger nur Alberts Aufträge erfüllen, sondern sein eigenes, kurzes Leben führen. Albert steht damit zwischen einem ungeklärten Mordfall und der Frage, wie viel Eigenständigkeit einer seiner eigenen Kopien zusteht. Im Zentrum steht die Frage, ob eine Kopie, die nur einen Tag lebt und dennoch fühlt, denkt und Erinnerungen anhäuft, denselben Anspruch auf ein eigenes Leben hat wie das Original, das sie erschafft. Damit verbindet sich die ältere Frage, was einen Menschen zum Menschen macht: der Körper, das Bewusstsein oder die Kontinuität der Erinnerung, bis hin zum Wunsch, den eigenen Tod durch endlose Vervielfältigung zu überwinden. Empfehlung: Der Krimi-Plot und die philosophische Frage nach der Kopie greifen hier ineinander, was dem Roman Nominierungen für den Hugo Award und den Arthur C. Clarke Award einbrachte. Albert Morris ist dabei ein ungewöhnlicher Ermittler mit gleich mehreren Ausgaben seiner selbst. Auf Deutsch erschien der Roman 2005 im Wilhelm Heyne Verlag in der Übersetzung von Andreas Brandhorst.

Erschienen
2002
Seiten
459
ISBN
0765303558
Sprache
en

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