Lobgesang auf Leibowitz

Sechshundert Jahre nach einem globalen Atomkrieg, den die Überlebenden die Flut nennen, bewahrt der Albertinische Orden vom Seligen Leibowitz die Überreste wissenschaftlichen Wissens der Alten Zeit. Zuvor hatte die gewaltsame Vereinfachung Bücher und Wissende verfolgt. Der siebzehnjährige Novize Bruder Francis Gerard sucht in der Wüste von Neumexiko nach Steinen für seinen Unterstand und trifft dabei einen rätselhaften Wanderer, der einen Stein mit hebräischen Zeichen beschriftet. Das Kloster hütet die Memorabilia, erhaltene Schriften und Artefakte des zwanzigsten Jahrhunderts. Francis entdeckt daneben den Zugang zu einem alten Atombunker mit Dokumenten, die möglicherweise vom Ordensgründer Isaac Edward Leibowitz stammen. Gesichert ist ihre Echtheit nicht, und die Begegnung mit dem Wanderer kann er nicht beweisen. Abt Arkos fürchtet, der Fund könne die Kanonisierung des Leibowitz verzögern. Der Roman verhandelt aus der Perspektive eines gläubigen Katholiken, welche Art von Wissen eine Zivilisation überhaupt weitergeben kann. Im Zentrum steht die Frage, ob Zivilisationen aus dem Zusammenbruch lernen oder ob Zerstörung und Wiederaufbau sich wiederholen, und welche Rolle der Glaube bei der Bewahrung eines Wissens spielt, das Gefahr und Rettung zugleich bedeutet. Den Hintergrund bildet die Konversion des Autors zum Katholizismus 1947 nach seiner Kriegserfahrung als Bomberpilot. Empfehlung: Wer Postapokalypse mit religiöser und philosophischer Tiefe sucht, findet hier einen Roman, der seit seinem Erscheinen 1959 nie vergriffen war und 1961 den Hugo Award erhielt. Er gehört zu den wenigen Werken der US-Science-Fiction, die formale Religion ernsthaft verhandeln, vergleichbar mit James Blishs "A Case of Conscience". Die deutsche Übersetzung von Jürgen Saupe und Walter Erev erschien 1971; trotz einer postumen Fortsetzung steht der Roman eigenständig für sich.

Erschienen
1959
Seiten
428
Sprache
de

Autoren

Serien

In der Reihe Heyne - Bibliothek der Science Fiction Literatur

In der Reihe Heyne - Meisterwerke der Science Fiction