Mother of Storms

Im Jahr 2028 zündet ein Raumpilot über der Arktis Antimaterie-Raketen, um ein illegales Waffenlager zu zerstören. Die Explosionen setzen aus den Clathraten des Meeresbodens riesige Mengen Methan frei, und die Erwärmung, die darauf folgt, lässt im Pazifik einen Superhurrikan entstehen. Clem, wie der Sturm genannt wird, verwüstet Hawaii, die Küsten der USA und die Karibik, und er schwächt sich nicht ab, sondern verstärkt sich selbst. Eine vernetzte Weltöffentlichkeit verfolgt die Katastrophe über ein globales Netz virtueller Realität. Der Astronaut Louie Tynan sieht dem Sturm von der letzten Raumstation der USA aus zu, an deren Rechner er sich immer enger koppelt; seine Ex-Frau Carla Tynan, früher Meteorologin der Wetterbehörde NOAA, lebt auf einer Segelyacht. Die Journalistin Berlina Jameson versucht, gegen die oberflächliche Mediennutzung seriös über die Lage zu berichten, während die Medienpersönlichkeit Synthi Venture mit ihrer Sturmerfahrung zur gefeierten Figur der virtuellen Öffentlichkeit aufsteigt. Barnes verbindet harte Klimawissenschaft, namentlich die Hypothese einer plötzlichen Methanfreisetzung, mit der Kritik an einer Öffentlichkeit, die eine Katastrophe dieses Ausmaßes vor allem konsumiert. Der Sturm wirkt so als Vergrößerungsglas für sehr kleine Entscheidungen und stellt die Frage, was individuelle Verantwortung in einer vernetzten Gesellschaft noch wert ist, wenn die Folgen jeder Handlung global geworden sind. Empfehlung: Der Roman war 1995 für den Hugo und den Nebula Award nominiert und erschien 1996 als "Die Mutter aller Stürme" bei Heyne. Die deutsche Kritik lobt, wie eng Barnes persönliche Schicksale an globale Folgen bindet, vermisst aber die Übersichtlichkeit, etwa ein Personenregister. Wer Katastrophenromane wie "Luzifers Hammer" von Larry Niven und Jerry Pournelle kennt, findet hier einen unruhigeren Verwandten.

Erschienen
1994
Seiten
455
ISBN
185798191X
Sprache
en
Genres
Dystopie / Postapokalypse

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