Simulacron Drei
Die TEAG betreibt einen gewaltigen Computer, der eine komplette, simulierte Großstadt für Marktforschungszwecke erschafft. Ihre Bewohner besitzen ein eigenes Bewusstsein, wissen aber nicht, dass sie selbst nur Software sind. Douglas Hall ist als technischer Direktor für die Anlage verantwortlich. Als sein Kollege Morton Lynch in Halls Beisein plötzlich spurlos verschwindet, gerät Halls Weltbild ins Wanken. Er kämpft gegen den Verdacht an, den Verstand zu verlieren, während sich ihm allmählich ein weit beunruhigenderer Gedanke aufdrängt: Vielleicht ist nicht nur die Stadt in seinem Computer eine Simulation, sondern auch seine eigene Welt. Der Roman verhandelt die Frage, was Realität überhaupt bedeutet, ein Motiv, das schon Platons Höhlengleichnis kennt; Descartes’ Maxime "Ich denke, also bin ich" spielt im Verlauf der Handlung unmittelbar eine Rolle. Zugleich geht es um Kontrolle und Manipulation durch Machtstrukturen, die über das Bewusstsein anderer verfügen, ohne dass die Betroffenen davon wissen. Empfehlung: Der Roman gilt als einer der frühesten literarischen Entwürfe simulierter Realität und wurde zweimal verfilmt, 1973 von Rainer Werner Fassbinder als Welt am Draht und 1999 als The Thirteenth Floor. Unter genau diesem Titel Welt am Draht erschien 1965 auch die erste deutsche Ausgabe bei Goldmann, die spätere Ausgabe folgte 1983 unter dem Titel Simulacron-Drei als Band 16 der Heyne-Reihe Bibliothek der Science Fiction Literatur.
- Erschienen
- 1964
- Seiten
- 223
- Verlag
- Heyne
- ISBN
- 9783453309043
- Sprache
- de