Weltengänger
Als Kirill eines Abends nach Hause kommt, erwartet ihn ein Albtraum: Eine fremde Frau wohnt in seiner Wohnung und behauptet, schon seit Jahren dort zu leben. Selbst sein Hund erkennt ihn nicht mehr. Nach und nach muss Kirill feststellen, dass sich niemand mehr an ihn erinnert - weder Freunde noch Familie. Seine gesamte Existenz scheint aus der Realität gelöscht worden zu sein. Ein rätselhafter Anruf führt ihn zu einem alten Wasserturm in einem Moskauer Vorort, wo er die Wahrheit erfährt: Er ist zu einem "Weltengänger" geworden, einem Funktional, der als Wächter zwischen verschiedenen Parallelwelten fungiert. Durch geheimnisvolle Türen kann er nun andere Erden bereisen, die jeweils ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten und Gefahren bergen. Lukianenko verbindet geschickt das moderne Russland mit fantastischen Elementen und erschafft dabei eine Geschichte, die sowohl nachdenklich als auch spannend ist. Der Autor baut dabei humorvolle philosophische Betrachtungen in die Kapitelanfänge ein und lässt literarische Anspielungen einfließen. Kirills Entwicklung vom verwunderten Durchschnittsmenschen zu einem Protagonisten, der schrittweise die Mysterien seiner neuen Rolle begreift, ist dabei ebenso fesselnd wie die detailreich beschriebenen fremden Welten. Der Roman funktioniert als eigenständiger Abschluss, obwohl noch Fragen offen bleiben, die in der Fortsetzung "Weltenträumer" behandelt werden. Empfehlung: Das Buch eignet sich besonders für Leser, die urbane Fantasy mit philosophischen Elementen schätzen und sich für Geschichten über Parallelwelten begeistern können. Fans russischer Science-Fiction werden die kulturellen Bezüge und den typischen Lukianenko-Humor zu schätzen wissen, während Einsteiger in das Genre einen gut zugänglichen Roman ohne komplizierte Hintergründe finden.
- Erschienen
- 2005
- Seiten
- 590
- Sprache
- de
- Genres
- Alternate Reality, Portal / Quest Fantasy, Science Fantasy