Richard Morgan
Eine Million Dollar für die Filmrechte an einem ersten Roman: So viel soll der Hollywood-Produzent Joel Silver 2003 für "Altered Carbon" (2002, deutsch "Das Unsterblichkeitsprogramm") gezahlt haben. Danach gab Richard Morgan seinen Beruf auf und lebte vom Schreiben. Bis dahin hatte er vierzehn Jahre lang Englisch unterrichtet, um zu reisen, unter anderem in Istanbul, Madrid und Lateinamerika, zuletzt an der University of Strathclyde. Geboren wurde er am 24. September 1965 in Norwich und wuchs im Dorf Hethersett auf; in Cambridge studierte er Geschichte. "Altered Carbon" verbindet Cyberpunk mit dem harten amerikanischen Kriminalroman und schickt den Söldner Takeshi Kovacs durch eine Welt, in der Sterblichkeit vermeidbar ist, weil man in einen neuen Körper wechseln kann. Das Buch bekam 2003 den Philip K. Dick Award; die Verfilmung blieb ein Jahrzehnt liegen und kam 2018 als Netflix-Serie heraus. Zwei weitere Kovacs-Romane folgten. "Market Forces" (2004, deutsch "Profit") gewann 2005 den John W. Campbell Award, "Black Man" (2007, deutsch "Skorpion") 2008 den Arthur C. Clarke Award; darin jagt ein genetisch veränderter Soldat andere seiner Art, die niemand mehr haben will. Morgan schreibt nicht nur Romane. Für Marvel verfasste er 2004 und 2005 zwei Comic-Reihen um Black Widow und gab der Figur dabei eine neue Vorgeschichte, die den Red Room einführte; im Kinofilm von 2021 steht sein Name im Dank. Für die Computerspiele "Crysis 2" und "Syndicate" schrieb er die Handlung. Mit "The Steel Remains" (2008) begann er eine Fantasy-Trilogie mit einem schwulen Helden. Sein eigenes Wort für das, was er macht, ist Future Noir. Was in seinen Büchern wiederkehrt, hat er selbst beschrieben: dass etwas Großes und Lohnendes von bösartigen und dummen Männern aufgegeben wird, zugunsten des kurzfristigen Gewinns.