Robert J. Sawyer

Fünfundzwanzig Romane hat Robert J. Sawyer veröffentlicht, und er hat jeden einzelnen mit WordStar 7.0 für DOS geschrieben, der letzten Fassung eines Textprogramms von 1992. Damit es auf heutigen Rechnern läuft, betreibt er es in einem Emulator, und das vollständige Archiv dieser Fassung stellt er auf seiner Website bereit. Derselbe Mann hat einen Roman darüber geschrieben, wie im World Wide Web von selbst ein Bewusstsein entsteht. Geboren wurde er am 29. April 1960 in Ottawa, aufgewachsen ist er in Toronto, wo er die Ryerson University besuchte. Er nennt sich selbst einen Hard-Science-Fiction-Autor, kümmert sich aber mehr um seine Figuren und um menschliche Psychologie als viele andere Vertreter dieses Fachs; die Science-Fiction hält er für eine Literatur der Ideen. Sein wiederkehrendes Thema ist die Berührung von Wissenschaft und Religion, und die Vernunft setzt sich dabei gegen die Mystik durch. "Calculating God" spielt im Royal Ontario Museum, "Hominids" und seine Fortsetzungen im Sudbury Neutrino Observatory, "Flashforward" am CERN und "Rollback" am Arecibo-Observatorium. Daneben kehrt die Frage nach einem kopierten oder hochgeladenen Bewusstsein wieder, am ausführlichsten in "Mindscan", dazu in "Golden Fleece" und in "The Terminal Experiment". Seine Bücher sind fast immer auch Kriminalgeschichten. In "Hominids" steht ein Neandertaler vor einem Gericht seiner eigenen Art, weil er einen anderen umgebracht haben soll; "Illegal Alien" ist ein Gerichtsdrama mit einem Außerirdischen auf der Anklagebank. Für die Kurzgeschichte "Just Like Old Times" von 1993 bekam er beides, Kanadas obersten Science-Fiction-Preis und den obersten Krimipreis des Landes. 1995 brachte ihm "The Terminal Experiment" den Nebula Award ein, 2003 "Hominids" den Hugo Award, 2017 den Robert A. Heinlein Award. 2016 wurde er in den Order of Canada aufgenommen, 2017 in den Order of Ontario. Sein Roman "Flashforward" wurde 2009 für ABC als Fernsehserie verfilmt; Sawyer beriet jede Folge und schrieb eine davon selbst. Im selben Jahr war er der erste Hausautor der Canadian Light Source, des nationalen Synchrotrons in Saskatoon. 2020 erschien "The Oppenheimer Alternative", dessen Schauplätze Los Alamos und das Institute for Advanced Study sind.

Geboren
29. April 1960

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