The Terminal Experiment

Toronto, kurz im Jahr 1995 und hauptsächlich 2011. Der Biomedizin-Ingenieur Peter Hobson entwickelt ein hochauflösendes EEG, das den exakten Moment des Hirntods bestimmen soll; ihn verfolgt die Erinnerung an eine Organentnahme an einem Körper, der noch Lebenszeichen zeigte. Bei Messungen an Sterbenden findet er ein schwaches elektrisches Feld, das den Körper erst nach dem Tod verlässt. Zugleich gesteht ihm seine Frau Cathy eine Affäre mit Hans Larsen, und Hobson stürzt sich in die Arbeit. Sein Freund Sarkar Muhammed, der Expertensysteme entwickelt, erklärt den Befund kurzerhand zur Seele. Hobson, ein Skeptiker, tut sich schwer damit; um wissenschaftlich genau zu bleiben, sprechen die beiden von einer Seelenwelle (soulwave). Dieselbe Signatur findet Hobson auch bei Schimpansen. Als er seine Entdeckung auf einer Pressekonferenz vorstellt, verändert das das Selbstverständnis ganzer Gesellschaften; nur die Frage, wie ein Leben nach dem Tod aussieht, kann er nicht beantworten. Um sie zu klären, erstellt er mit Sarkar drei elektronische Simulationen seiner eigenen Persönlichkeit: Spirit, auf reinen Intellekt reduziert, Ambrotos, der sich für unsterblich hält, und eine unveränderte Kontrollfassung. Sawyer verbindet die Frage nach einem Leben nach dem Tod mit einer Untersuchung der Wurzeln ethischer Philosophie: Die drei künstlichen Abbilder derselben Person sind die Versuchsobjekte eines Gedankenexperiments. Wenn eine Persönlichkeit dreifach vorliegt und sich nur darin unterscheidet, was man ihr genommen oder zugetraut hat, was bleibt dann von Identität? Der Titel der Erstfassung, Hobson's Choice, benennt die scheinbar freie Wahl, die keine ist: die zwischen Unsterblichkeit und einem beweisbaren Leben nach dem Tod. Empfehlung: Der Roman gewann 1995 den Nebula Award und war 1996 für den Hugo Award nominiert. Er passt zu Lesern, die Fragen nach Seele, Bewusstsein und Identität im Gedankenexperiment verhandelt sehen wollen; die Kriminalhandlung bleibt Nebenstrang und ist nicht zum Mitraten angelegt. Das Buch steht für sich und gehört zu keiner Reihe.

Erschienen
1995
Seiten
352
ISBN
9780061053108
Sprache
en

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