1984

Die Welt ist unter drei Machtblöcken aufgeteilt. Im totalitären Staat Ozeanien lebt Winston Smith unter ständiger Überwachung durch Teleschirme und die Gedankenpolizei. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit in London und fälscht dort Geschichtsdaten nach Vorgaben der Partei. Trotz der Kontrolle beginnt er heimlich, ein Tagebuch zu schreiben. Winston lehnt das System des Engsoz, des Englischen Sozialismus, innerlich ab und will sich einen Rest Privatsphäre bewahren. Die Partei arbeitet mit Neusprech und ahndet das Gedankenverbrechen, das abweichende Denken. Er sucht die Wahrheit über eine Vergangenheit, die die Partei durch Geschichtsfälschung verschleiert, und findet in Julia, einer Parteigenossin, eine Geliebte und Mitwisserin. Hoffnung setzt er auch auf O'Brien, der ihm als Verbündeter gegen das System erscheint. Über allem steht der nie gezeigte Große Bruder, dazu der angebliche Untergrundführer Emmanuel Goldstein. Orwell erklärte in einem Brief an Francis A. Henson vom Juni 1949, der Roman sei nicht als Angriff auf den Sozialismus oder die britische Labour Party gemeint, sondern als Bloßstellung jener Pervertierungen, zu denen eine zentralisierte Wirtschaft neigt und die im Kommunismus wie im Faschismus bereits teilweise Wirklichkeit geworden seien. Er siedelte die Handlung bewusst in Großbritannien an, um zu zeigen, dass die englischsprachigen Völker nicht von Natur aus gefeit sind und Totalitarismus überall siegen kann, wenn man ihm nicht entgegentritt. Empfehlung: Der Roman wird bis heute herangezogen, um vor Überwachungsstaaten zu warnen, und erlebte nach Edward Snowdens PRISM-Enthüllungen 2013 eine neue Aufmerksamkeitswelle. 2017 stand er im Zuge der Debatte um „alternative Fakten“ in den USA auf Platz eins der Verkaufsliste von Amazon. Angesprochen sind Leser, die politische Science-Fiction und Dystopien über Überwachung und individuelle Freiheit suchen.

Erschienen
1949
Seiten
385
Sprache
de
Genres
Dystopie / Postapokalypse, Social Science Fiction

Autoren

Serien

In der Reihe Heyne - Meisterwerke der Science Fiction