Blind Lake

Die staatliche Forschungsanlage Blind Lake in Minnesota beobachtet mit rätselhaften Quantenrechnern, den O/BEKs, eine außerirdische Zivilisation auf einem rund fünfzig Lichtjahre entfernten Planeten. Drei Journalisten reisen an, um über die Arbeit zu berichten, unter ihnen der diskreditierte Chris Carmody. Kurz nach ihrer Ankunft wird die Siedlung ohne Erklärung militärisch abgeriegelt und von jeder Verbindung nach außen abgeschnitten. Im Zentrum steht die Xenobiologin Marguerite Hauser, die das beobachtete Lebewesen verfolgt, das in der Anlage nur das Subjekt heißt. Sie lebt mit ihrer sozial isolierten Tochter Tess zusammen, die ungewöhnliche Wahrnehmungen hat, und ist von ihrem Ex-Mann Ray Scutter getrennt, der die Station kommissarisch leitet. Während die Quarantäne andauert, ohne dass jemand ihren Grund kennt, verschärfen sich die Spannungen zwischen den Beteiligten, und die fremde Zivilisation auf den Schirmen wird nicht verständlicher, sondern rätselhafter. Wilson nutzt die Isolation der Station, um eine Lage zu bauen, deren Ursachen und Folgen die Figuren mit ihrem Verstand nicht mehr erfassen können. Beobachtet wird hier auf allen Ebenen: die fremde Welt auf den Schirmen, die Forscher durch das Militär, die Familie durch sich selbst. Im Vordergrund steht dabei weniger die Auflösung des Rätsels als das, was der Druck der Abriegelung mit den Beziehungen dieser Menschen macht. Empfehlung: Der Roman gewann 2004 den Prix Aurora Award und war für den Hugo Award nominiert; auf Deutsch erschien er 2007 als "Quarantäne" bei Heyne, übersetzt von Karsten Singelmann. Die deutsche Kritik ist geteilt: Gelobt wird die ruhige, auf Figuren gebaute Erzählweise, kritisiert werden die dünne Science-Fiction-Substanz und das offene Ende. Wer langsam erzählte Science-Fiction sucht und keine schnelle Handlung erwartet, ist hier richtig.

Erschienen
2003
Seiten
399
ISBN
9780765341600
Sprache
en

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