Die Narbe

Bellis Schneewein, eine renommierte Linguistin aus New Crobuzon, flieht vor der Stadtpolizei und heuert auf dem erstbesten Schiff an. Doch ihre Reise nimmt eine dramatische Wendung, als Piraten das Schiff kapern und sie zur schwimmenden Stadt Armada verschleppen. Diese bizarre Metropolis besteht aus zusammengeketteten Schiffswracks und wird von den mysteriösen "Liebenden" regiert – einem sadomasochistischen Paar, das sich gegenseitig Narben als Liebesbeweis zufügt. In Armada leben Menschen, Kaktusmenschen, Krebswesen und andere fantastische Kreaturen gleichberechtigt zusammen. Niemand darf die Stadt jemals verlassen. Bellis muss sich in dieser fremden Gesellschaft zurechtfinden, während sie heimlich versucht, Armadas geheimnisvolle Pläne zu durchschauen. Die Liebenden haben ein gewaltiges Vorhaben: Sie wollen die legendäre "Narbe" finden – einen Riss in der Realität selbst, der unvorstellbare Macht verspricht. Die Reise führt durch gefährliche Gewässer voller Meeresungeheuer und mysteriöser Kreaturen. Miéville erschafft eine düstere Welt voller politischer Intrigen, in der die Grenzen zwischen Wissenschaft und Magie verschwimmen. Seine bildgewaltigen Beschreibungen und die komplexen Charaktere zeichnen ein faszinierendes Porträt einer Gesellschaft, die von Träumen, Narben und der Suche nach dem Unmöglichen geprägt ist. Empfehlung: Das Buch eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die experimentelle Fantasy schätzen und keine Scheu vor unkonventioneller Sprache und düsteren Atmosphären haben. Fans von Terry Pratchett oder klassischer High Fantasy sollten sich hingegen auf ein vollkommen anderes Leseerlebnis einstellen – Miévilles Werk fordert Aufmerksamkeit und Bereitschaft für das Bizarre.

Erschienen
2002
Seiten
526
Sprache
de
Genres
Science Fantasy, Weird Fiction

Autoren

Serien