Embassytown

In ferner Zukunft entdecken Forscher aus dem fernen Bremen den Planeten Arieka mit einer eigentümlichen Zivilisation, den Ariekei, die eine Sprache namens Language sprechen: ein System, das zwei Stimmen zugleich erfordert. Die Menschheit gründet dort die Botschafterstadt Embassytown, in der die Erzählerin Avice Benner Cho lebt, eine Immerserin, die als Simile in der Sprache der Ariekei selbst zu einem Vergleich geworden ist. Language lässt keine Lüge und nicht einmal eine Vermutung zu: Sie spiegelt, was die Ariekei, die sogenannten Hosts, wahrnehmen, und wer eine Unwahrheit auch nur annähernd aussprechen kann, gilt unter ihnen als Sensation. Sprechen können Language allein eigens dafür herangezogene Botschafter. Als mit Ez/Ra ein neuer Botschafter aus Bremen eintrifft, muss Avice, die als Immerserin zwischen den Räumen Immer und Manchmal reist, ihre eigene Rolle zwischen Menschen und Hosts neu bestimmen. Miéville untersucht Sprache als eine Form von Macht, die Wahrheit ebenso hervorbringen wie zerstören kann. An einer Sprache, die keine Lüge zulässt, stellt sich die Frage, wie viel Verständigung überhaupt jenseits von Worten möglich ist und was mit einer Gesellschaft geschieht, die ihre Sprache nicht mehr kontrolliert. Empfehlung: Ausgezeichnet 2012 mit dem Locus Award für den besten Science-Fiction-Roman, wird der Roman für sein ungewöhnliches Alien-Konzept gelobt. Im Original erschien er als Embassytown; er spricht Leser linguistischer Science-Fiction und philosophisch Interessierte an, etwa im Umfeld von Ted Chiang oder Samuel Delany.

Erschienen
2011
ISBN
9780230760417
Sprache
en

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