Das Floß
In einem Paralleluniversum ist die Gravitation weit stärker als in unserem, nach Angabe der Quelle eine Milliarde Mal. Planeten gibt es dort nicht, sie würden unter ihrer eigenen Schwerkraft sofort zusammenstürzen; Sonnen messen gut anderthalb Kilometer und sind extrem kurzlebig. Schon ein menschlicher Körper besitzt ein nennenswertes eigenes Schwerefeld. In einem Nebel aus noch atembarer Luft überleben einige tausend Menschen in streng getrennten Gemeinschaften. Eine Elite lebt mit der erhaltenen Technik auf dem Floß (Raft), einem Habitat aus den Resten eines alten Raumschiffs. Arbeiter bauen auf den Gürtelwelten ausgebrannte Sternkerne ab, und am Rand dieser Ordnung ziehen die Knochenleute (Boneys), auch Unnennbare genannt, über Welten, die aus Leichen bestehen. Die Physik dieses Universums verwandelt den Nebel allmählich in eine immer feindseligere Umgebung. Die Menschen und die einheimischen Arten leiden unter den Folgen dieses ökologischen Zusammenbruchs, und die streng geschichtete Ordnung aus Floß, Gürtelwelten und Knochenleuten steht darüber auf dem Spiel. Das Floß ist Stephen Baxters Debütroman und der erste Band des Xeelee-Zyklus, in dem die titelgebenden Xeelee selbst noch nicht auftreten. Die Encyclopedia of Science Fiction liest die Reihe als Versuch, kurzfristig eine Zukunftsgeschichte der Menschheit und langfristig eine Kosmologie des gesamten Universums zu entwerfen, und Das Floß im Besonderen als Gedankenexperiment: was eine ungleich stärkere Schwerkraft für Leben bedeutet, das in ein solches Universum verschlagen wurde. Empfehlung: Hard Science Fiction als physikalisches Gedankenexperiment, in der Nähe von Greg Bear und Gregory Benford, mit denen die Encyclopedia of Science Fiction Baxter zusammen nennt. Der Roman war für den Arthur C. Clarke Award und den BSFA Award nominiert. Wer Baxters spätere, weit ausgreifende Bücher kennt, findet hier den Anfang.
- Erschienen
- 1991
- Seiten
- 333
- Verlag
- Heyne
- ISBN
- 9783453077775
- Sprache
- de
- Genres
- Hard Sci-Fi